Naja, so schlimm war es dann doch nicht. Wir waren ja schliesslich IN DER WOHNUNG und nicht draussen.
Dann hatten wir ja unseren ersten "Taller", also Workshop mit einigen Awajún-Frauen. Insgesamt sollten es 20 sein. Waren aber dann nur so 17 Frauen plus ca. 4 oder 5 Kinder. Es hat sozusagen NICHTS geklappt.
Wir dachten uns aber nur: "Nein, wir regen uns jetzt nicht auf, so ist das eben manchmal in Peru". Leider ging alles, was irgendwie nicht gut gelaufen ist auf unsere Arbeitskollegin Nancy zurück, was uns echt Leid tat, denn Nancy ist hier unsere kleine Fee.
Ist immer freundlich und hilfsbereit und tut alles, damit hier wenigstens etwas funktioniert.
Was allerdings schön war, war das wir durch diesen workshop mehr in Kontakt mit den Frauen gekommen sind. Wir haben Plakate über ihre Rechte erstellt.
Die Frauen sollten uns einmal sagen, was sie denn für Rechte haben wollen, bzw. wie sie darüber denken. Was später auf den Plakaten stand, hat mich echt überrascht. Dinge wie, "Das Recht respektiert zu werden" oder "Das Recht Kunsthandwerk zu machen" und was Ronja und mich am meisten erstaunt hat war folgender Satz: " Das Recht auf Leben". Unser Arbeitskollege hat uns auch erzählt, dass viele Frauen der Awajún Selbstmord begehen, wenn sie zum Beispiel unterdrückt oder misshandelt werden. Die Frauen wissen sich einfach nicht zu helfen. Sowas ist schon krass. In Deutschland gibt es Millionen Möglichkeiten und die Menschen dort wollen sich manchmal nicht helfen lassen, da denkt man sich schon: "Ist doch ungerecht". Hier wollen sie Hilfe, bekommen sie aber nicht. In Deutschland bekommen sie Hilfe, wollen sie aber nicht.
Um zum Thema zurück zu kommen, der Taller war ein voller Misserfolg, aber der Nächste wird auf jeden Fall viel besser. Und die Ängste der Frauen (auch uns gegenüber) sind definitiv kleiner geworden.